Leipziger Universitätschor

Max Pommer

Der Leipziger Universitätschor 1973–1987 unter der Leitung von
Max Pommer

1973

Am 19. Dezember 1973 wird Max Pommer (studierter Kapellmeister und Musikwissenschaftler) durch die Karl-Marx-Universität zum Dirigenten des Leipziger Universitätschores berufen.

1974

In Andenken an den Gründer und langjährigen Leiter des Universitätschores Friedrich Rabenschlag findet im April die Aufführung der Bachschen »Johannes-Passion« erstmals unter der Leitung von Max Pommer in der Thomaskirche statt.

1975

Zu Beginn des Jahres wirkt der Chor bei einem Film des DDR-Fernsehens über Johann Sebastian Bach mit. Im April erklingt die »Matthäus-Passion« nach der Neuen Bachausgabe in der Thomaskirche. Das Besondere an dieser Aufführung ist die konsequente räumliche Trennung der Chöre und des »Cantus firmus« nach dem historischen Vorbild.

Im April gastiert der Chor für sechs Tage in Leningrad zu mehreren Konzerten.

1976

Zum 50-jährigen Bestehen des Chores findet am 17. Juni das Jubiläumskonzert im Festsaal des Alten Rathauses statt. Zu hören sind Werke von Claudio Monteverdi, J.S. Bach »Singet dem Herrn«, Gesualdo di Venosa, Heinrich Schütz, Max Reger, André Asriel sowie internationale Volkslieder.

Am 3. Juli wird das Wartburgkonzert live aus dem Festsaal des Palais über »Stimme der DDR« im Radio übertragen.

1977

Im September beteiligt sich der Chor erneut an der »Leipziger Stadtmusik« mit der Bachkantate »Laßt uns sorgen, laßt uns wachen« BWV 213 und gestaltet einen Kantaten-Abend mit dem »Actus tragicus« BWV 106, der »Trauerode« BWV 198 und singt nochmals Schönbergs »Friede auf Erden« op. 13. Ende Oktober finden Aufnahmen für eine Rundfunkproduktion mit Liedern von Vitali Gewicksmann in der Moritzbastei statt.

Im Dezember präsentiert der Chor zwei Aufführungen des zweiten Teils des Bachschen »Weihnachtsoratorium« unter der Leitung des französischen Gastdirigenten Jacques Grimbert (UMD der Universität Paris, Sorbonne) in der Nikolaikirche.

1978

Anläßlich der Dresdner Musikfestspiele gestaltet der Kammerchor des Universitätschores am 20. Mai mit Händels »Acis und Galatea« ein Galeriekonzert mit Originalübertragung im Rundfunk. Mitte Juni reist der Chor nach Brünn. Auf dem Programm stehen a-cappella-Werke u.a. von Claude Debussy, Hanns Eisler, Heinrich Schütz, J.S. Bach, Antonín Dvorák und Johannes Brahms.

Zum Festakt der SED-Bezirksleitung zum Jahrestag der Oktoberrevolution singt der Universitätschor drei Poeme von Gewicksmann im Leipziger Opernhaus. Am 23. November präsentiert der Chor die DDR-Erstaufführung des »Requiem« von Alfred Schnittke in der Thomaskirche. Von dieser Aufführung werden ein Rundfunkmitschnitt und ein Radio-Musikklub mit dem Komponisten produziert.

Im Dezember erklingen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen beide Teile des Bachschen »Weihnachtsoratorium«.

1979

Ende März findet eine Chorreise nach Budapest mit einer Aufführung der Bachschen »Matthäus-Passion« statt. Am 10. April singt der Leipziger Universitätschor mit dem Budapester Universitätschor die Bachsche »Matthäus-Passion« in der Thomaskirche.

1980

Im Rahmen einer Chorreise nach Lublin vom 28.1.–5.2. finden eine Aufführung von Bachs »Johannes-Passion« in der Kathedrale von Lublin und ein a-cappella-Konzert (Bach, Reger, Kodály, Mauersberger) in der dortigen Universität statt.

Am 8. April weicht der Universitätschor von der Tradition (Wechsel zwischen der Bachschen »Johannes- und Matthäus-Passion«) ab und führt in der Nikolaikirche die »Marcus-Passion« von Reinhard Keiser und Georg Friedrich Händel auf, kombiniert mit J.S. Bachs Kantate »Christ lag in Todesbanden« BWV 4.

Am 24. und 27. Oktober singt der Universitätschor J.S. Bachs »h-Moll-Messe« in der Nikolaikirche.

1981

Gemeinsam mit dem Budapester »Béla-Bartók-Chor« gestaltet der Leipziger Universitätschor J.S. Bachs »Matthäus-Passion« zunächst am 31. März im Kuppelsaal der Nationalgalerie in der Budaer Burg und am 2. April in der Thomaskirche.

Zum Eröffnungskonzert des Neuen Gewandhauses für die Universität konzertiert der Universitätschor gemeinsam mit dem Ensemble »Pawel Kortschagin« und dem Chor des Fachbereichs Musikwissenschaft mit Weills »Berliner Requiem« und Orffs »Carmina burana«.

Anfang November finden Fernsehaufnahmen mit Regers »Geistliche Gesänge« statt. Zum IV. Internationalen Bachfest singt der Universitätschor in der Nikolaikirche Bachs »Meine Seel erhebt den Herren« BWV 10 im Kontrast zu seiner »Magnificat«-Vertonung BWV 243a sowie a-cappella-Chorsätze von Max Reger.

1983

Anfang Februar präsentiert der Leipziger Universitätschor in einem Konzert des »Neuen Bachischen Collegium Musicum« Bachs Kantate »Der zufriedengestellte Äolus« BWV 205 im Großen Saal des Neuen Gewandhauses. Zur Passionszeit erklingt am 23. Februar in diesem Jahr Bachs »Johannes-Passion« ebenfalls im Großen Saal des Gewandhauses unter der Leitung des Gastdirigenten Helmut Rilling.

1984

Zur 575-Jahrfeier der Universität bringt der Universitätschor Karl Ottomar Treibmanns »Der Frieden« (nach Worten von Volker Braun) am 2. Dezember im Neuen Gewandhaus zur Uraufführung, bei der auch ein Live-Mitschnitt entsteht. Das Weihnachtskonzert erklingt am 6. Dezember in St. Nikolai.

Zum 250. Jahrestag der Uraufführung von Bachs »Weihnachtsoratorium« singt der Leipziger Universitätschor das gesamte Werk.

1985

Am 20. Januar gastiert der Leipziger Universitätschor im großen Konzertsaal des Berliner Schauspielhauses und am 27. Februar in der Konzerthalle am Boulevard in Halle mit J.S. Bachs »Herakles auf dem Scheidewege« BWV 213 und Georg F. Händels »Die Wahl des Herakles«. Diese Konzerte sind der Auftakt zur Bach-Händel-Schütz-Ehrung 1985. Am 19. April erreicht Max Pommer ein Brief des Staatlichen Komitees für Fernsehen beim Ministerrat der DDR, in dem die Fernsehaufzeichnung der »Johannes-Passion« als wertvoll befunden wird.

Anlässlich des 300. Geburtstages von J.S. Bach erklingen die Motette »Der Geist hilft unser Schwachheit auf« und »Drei geistliche Konzerte« aus »Symphoniae sacrae« von Heinrich Schütz im Gewandhaus. Zur Passionszeit singt der Leipziger Universitätschor Bachs »Johannes-Passion« in der Nikolaikirche und wiederholt sie zum Bachfest mit Peter Schreier als Evangelist.

1986

Zum 60-jährigen Jubiläum des Chores findet am 19. Juni ein großes Jubiläumskonzert im Großen Saal des Neuen Gewandhauses statt. Auf dem Programm stehen Werke von Hugo Wolf, Anton Bruckner und Max Reger sowie Orffs »Carmina burana«.

Das Bachsche »Weihnachtsoratorium« (Kantaten 1–6) wird unter der Leitung des amerikanischen Gastdirigenten Dr. John Eric Floreen in der Nikolaikirche aufgeführt.

1987

Händels »Caecilien-Ode« erklingt zu den »Festtagen der Chorsinfonik« am 5. Juli im Schauspielhaus Berlin. Dieses Konzert ist das letzte öffentlich geleitete Konzert von Max Pommer in seinem Amt als Universitätsmusikdirektor.

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